Welches Wasser schmeckt mir?

Im Gespräch mit dem Mineralwasser-Experten Maximilian Lein

Was einem, abgesehen von der Kohlensäure, schmeckt, ist wie so oft Geschmackssache. Während manche auf das hauseigene Leitungswasser schwören, muss es für andere eine bestimmte Mineralwassermarke sein. Bilden wir uns nur ein, dass das Wasser unterschiedlich schmeckt? Und welchen „Geschmack“ kann Wasser haben? Mit solchen Fragen beschäftigen sich Wassersommeliers wie Maximilian Lein. Maximilian Lein ist Marketingleiter in unserem Unternehmen und Mitglied der Wassersommelier-Union.

Maximilian Lein
Marketingleiter und Wassersommelier

Herr Lein, wie und vor allem warum wird man Wassersommelier?
Woher kommt Ihre Begeisterung für Wasser?

Wasser ist ein Thema, das mich nicht nur berufsbedingt schon immer fasziniert hat. Man könnte ganze Bücher mit dem Thema füllen! Für die Ausbildung zum Wassersommelier habe ich mich entschieden, um mein Wissen weiter zu vertiefen, um selbst mehr zu lernen, aber auch um Partner in Gastronomie und Handel noch fundierter beraten zu können. Außerdem sehe ich mich als Botschafter für das Naturprodukt Mineralwasser und möchte darauf aufmerksam machen, dass Wasser eben nicht nur Wasser ist und welch große Vielfalt es in Deutschland und der Welt gibt.

Was lernt man in der Ausbildung zum Wassersommelier?

Neben einer umfassenden sensorischen Ausbildung, in der ich viele unterschiedliche Mineralwässer verkostet und meine Geschmacksnerven intensiv geschult habe, wurden auch Themen wie Mineralienkunde, Wasserrecht, Geologie oder Brunnenbau behandelt. Auch gesundheitsrelevante Fragen kann ich jetzt beantworten.

Was ist denn das Besondere an den Mineralwässern der Haaner Felsenquelle? Und inwiefern unterscheiden sie sich voneinander?

Das Besondere an unseren Mineralwässern ist die ausgewogene Mineralien-Komposition. Unser kohlensäurehaltiges Mineralwasser, die Haaner Felsenquelle, ist besonders bekömmlich und überzeugt mit einem frischen Geschmack. Das Pendant ohne Kohlensäure aus der Bergischen Waldquelle punktet mit seinem weichen Charakter. Es schmeckt so fein und mild, wie man es sonst eher von französischen Mineralwässern kennt. Für mich ein besonderer Pluspunkt unserer Produkte: Sie stammen aus der Region und tragen dank kurzer Transportwege aktiv zum Klimaschutz bei.

In Deutschland bieten 195 Mineralbrunnen über 500 Mineralwassersorten an. Haben Sie einen Tipp, wie man aus dieser Vielfalt das richtige Wasser für sich findet?

Jedes Mineralwasser ist ein Unikat und hat seinen eigenen Geschmack. Dieser unterscheidet sich je nach Region, abhängig von den Gesteinsschichten, die ein Wasser durchfließt und damit einhergehend mit dem Mineraliengehalt. Letzten Endes ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks, bei der ich nicht helfen kann. Allerdings kann man klare Empfehlungen aussprechen, welches Wasser zu welcher Speise oder zu welchem Anlass besonders gut passt.

Welches Mineralwasser würde denn beispielsweise besonders gut zum saftigen Steak oder zu einem Glas Rotwein passen?

Zu einem Steak empfehle ich ein Mineralwasser ohne Kohlensäure mit einem hohen Gehalt an Mineralien. Dieses harmoniert gut mit einem würzigen Fleischgericht und intensiviert das Geschmackserlebnis. Idealerweise stehen Magnesium und Calcium dabei in einem ausgeglichenen Verhältnis. Zu einem gerbstoffreichen Rotwein ist von einem Mineralwasser mit Kohlensäure ebenfalls eher abzuraten. Weil die Kohlensäure die Wirkung der Tannine im Wein verstärkt, wirkt der Rotwein bitterer. Ich würde ein stilles Mineralwasser mit sehr leichter Mineralisierung und bestenfalls wenig Calcium, wie unsere Bergische Waldquelle, reichen. Dadurch werden die positiven Eigenschaften des Weines unterstrichen und er wirkt nicht sperrig. Fruchtigen Rotweinen mit guter Reife kann ein Mineralwasser mit leichter Kohlensäure hingegen zusätzliche Frische verleihen.

Und welches passt besonders gut zu einem Stück Sahnetorte?

Hier ist ein niedrig mineralisiertes Mineralwasser mit dezenter oder ohne Kohlensäure eine gute Wahl. Es nimmt der Sahne die Schwere, überlagert aber die süßen Aromen der Torte nicht. Zu schweren Süßspeisen empfehle ich Haaner Felsenquelle fein perlend.

Wie ist es mit der Kohlensäure? Welche Wirkung hat sie?

Ganz vereinfacht gesagt ist die Regel: Kohlensäure im Wasser aktiviert die Geschmacksrezeptoren auf der Zunge, stilles Wasser besänftigt eher die Sinne. Mineralwasser mit Kohlensäure ist somit ein Appetit-Anreger und kann beispielsweise einem dezenten Weißwein mehr Lebendigkeit verleihen, da es die Süße puffert und die Säure angenehm unterstreicht. Aber Vorsicht: Bei Weißweinen mit kräftiger Säure wie dem Riesling, dem Lieblingswein der Deutschen, ist zu viel Kohlensäure nicht zu empfehlen und wird oft als beißend empfunden. Stilles Wasser lässt den Aromen und dem Geschmack von Wein oder Speisen mehr Raum zur Entfaltung und konkurriert nicht mit ihnen. Daher eignet es sich beispielsweise gut zu Käse und zu Süßspeisen.

Wie sollte Mineralwasser denn idealerweise serviert werden, haben Sie hierzu ein paar Tipps?

Zunächst ist es wichtig, saubere und geruchsfreie Gläser zu verwenden. Die Trinktemperatur von stillem Wasser sollte nicht unter 10 bis 12 Grad Celsius liegen. Ideal ist Raumtemperatur. Je mehr Kohlensäure enthalten ist, desto kühler kann auch das Wasser serviert werden. Man sollte Mineralwasser jedoch niemals eiskalt oder mit Eiswürfeln servieren. Auch auf die Beigabe von Zitronen sollte verzichtet werden, da der reine Geschmack des Wassers so verfälscht wird. Übrigens: In der hiesigen Gastronomie muss natürliches Mineralwasser so gereicht werden, wie es am Quellort abgefüllt wurde: In der Flasche. Erst am Tisch darf die Flasche vor den Augen des Gastes geöffnet werden, um höchste Qualität und Sicherheit für den Gast zu gewährleisten. Diese Vorschrift ist in der Mineral- und Tafelwasserverordnung festgehalten.

Vielen Dank für die spannenden Einblicke in die Welt des Mineralwassers! 

UNSERE EMPFEHLUNG ZUM WEIN​

Servieren Sie zu jungen, frischen Weißweinen am besten ein Medium-Mineralwasser mit leichter Kohlensäure, aber nur wenigen Mineralstoffen. Die überdecken sonst die noch feinen Aromen des Weins und ein stilles Wasser würde den Wein flach machen.

Zu fruchtigen, säurearmen Weinen passt ebenfalls ein natriumarmes Wasser mit mittlerem Kohlensäuregehalt.

Ein stilles Wasser kredenzen Sie am besten zu reifen, kräftigen Rotweinen. Die Kohlensäure würde die ohnehin bitteren Aromen der Tannine noch mehr verstärken.

Zu Dessertweinen wiederum passt kräftig sprudelndes Mineralwasser. Es nimmt den Süßweinen die Schwere und Wuchtigkeit – gerade in Kombination mit Süßspeisen.

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Unsere Marken und Produkte

HAANER FELSENQUELLE

Haaner Felsenquelle, ein natürliches Mineralwasser mit Kohlensäure versetzt, zeichnet sich durch seine ausgewogene Mineralien-Komposition aus. Es ist daher besonders bekömmlich und schmeckt prickelnd frisch. Seit nunmehr 100 Jahren – seit 1909 – wird unsere Traditionsmarke Haaner Felsenquelle in Flaschen abgefüllt und verkauft.

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BERGISCHE WALDQUELLE

Bergische Waldquelle ist ein weiches natürliches Mineralwasser ganz ohne Kohlensäure. Es hat einen sehr feinen und milden Geschmack, der sonst eher französischen Mineralwässern zugeschrieben wird. Der entscheidende Unterschied ist, dass die Bergische Waldquelle auf kurzen Transportwegen zu Ihnen kommt und nicht über hunderte Kilometer transportiert wird. Das schont die Umwelt und trägt aktiv zum Klimaschutz bei.

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